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Unsere Weihnachtsgeschichte * Das Keksback-Debakel

Elisa saß auf der Eckbank in der Küche und schaute ihrem Vater argwöhnisch zu, wie der sich anschickte, alles fürs Keksbacken herzurichten. Sie wurde unruhig. Kekse backen! Nein,
das durfte nicht passieren. Das musste sie verhindern! „Papaaa“, sagte sie, „mir ist sooo fad. Ich will auf den Weihnachtsmarkt.“ Der Vater holte die Küchenwaage aus dem Schrank. „Keine
Zeit, Schatz“, sagte er. „Ich muss Kekse backen. Aber du kannst mir ja helfen, wenn dir fad ist. Was meinst du?“ Elisa zog ein langes Gesicht. „Mag ich nicht. Ich mag mit dir auf den Weihnachtsmarkt gehen. Biiitteee!“ Was hatte sie bloß für einen Vater! Väter backen keine Kekse, das hatte Elisa kürzlich erst lernen müssen. Bis vor einem Monat hatte sie ja noch gedacht, das wäre ganz normal, doch seit sie in der Schule darüber gesprochen hatten, war ihr klar: Mit ihrem Vater stimmte etwas nicht. Keine ihrer Freundinnen und auch sonst niemand in der Klasse hatte einen Vater, der das machte. Nur die Lehrerin schien begeistert zu sein, aber gut, die war schon alt.
Sie hatte mit ihren Freundinnen ausführlich darüber gesprochen, denn das beschäftigte sie: Hatte sie die einzige Mutter auf der Welt, die nicht backen konnte? Das war jedenfalls die
Meinung ihrer Freundinnen. Oder vielleicht würde die Mutter ja gerne backen, aber sie durfte nicht, weil der Vater dagegen war. Oder vielleicht war das ja auch ganz gut so, weil die Kekse der Mutter womöglich gar nicht gut schmecken würden. Die Palatschinken, die sie kürzlich gemacht hatte, waren jedenfalls nicht einmal annähernd so dünn und fl aumig wie die, die der Vater
sonst immer machte. Und eines war klar: Vaters Kekse waren super! Er war halt nicht umsonst Koch von Beruf. Nur dieses Jahr war sie im Dilemma. Denn einerseits hätte sie gar nichts gegen Vaters Vanillekipferl und Schokotaler. Andererseits: Die Freundinnen hatten gelacht über ihren Vater. Und Thomas, der in der Klasse neben ihr saß, hatte blöde Witze gerissen über Männer mit Küchenschürzen. Also hatte sie beschlossen, dass das ein Ende haben müsste mit dem keksbackenden Vater.
Elisa beobachtete mit zusammengezogenen Augenbrauen, wie der Vater unbeeindruckt von ihrer Bettelei Mehl und Zucker und Eier und Butter auf die Arbeitsfläche stellte. Sie könnte so tun, als würde sie helfen, und ganz zufällig die Packung Mehl fallen lassen, überlegte sie. Dann wäre die Sache zumindest für heute erledigt. Frische Kekse waren echt das Letzte, was sie
brauchen konnte.
Denn was würde sie denn sonst mit der großen Packung machen, die sie in ihrem Kleiderschrank hinter den Pullovern versteckt hatte? Die hatte sie erst gestern gekauft, nachdem sie nach langem Grübeln endlich einen Plan hatte: Wenn sie dem Vater zu Weihnachten Kekse schenken würde, müsste er keine backen und sie hätten aber trotzdem welche zu essen. Ein genialer Plan, den der Vater nur leider gerade durchkreuzte! Wenn sie jetzt nicht gleich einschritt, würde es zu spät sein. Elisa rutschte von der Bank und schlenderte zu ihrem Vater. „Ich helfe dir, dann sind wir schnell fertig. Dann können wir ja doch auf den Christkindlmarkt gehen, oder?“ „Das ist eine gute Idee“, freute sich der Vater. „Super!“ „Ich wiege das Mehl ab. Wie viel brauchen wir?“
„300 Gramm. Warte, während du abwiegst, hole ich schnell die Mama, die soll uns beim Backen fotografieren.“ Sagte es und verschwand.
Elisa war zufrieden. Sie streckte sich, um die Packung Mehl zu erwischen. Sie musste sich wirklich sehr strecken. Dann gab sie der Packung einen Schubs, das Mehl fiel um und hüllte Elisa in eine große weiße Wolke. Mit Mühe unterdrückte sie einen Hustenanfall. Dann der Zucker. Mit beiden Händen packte sie die Dose und kippte sie mit Schwung über die Waage. Verzückt beobachtete
sie, wie der Zuckerberg zuerst von der Waage auf die Arbeitsfläche und dann weiter auf den Boden rieselte. Das machte Spaß!
Die Eier mussten getrennt werden, das hatte Elisa schon oft beobachtet. Versucht hatte sie das noch nie. Höchste Zeit also, das einmal auszuprobieren. Sie nahm ein Ei in die Hand
und schlug damit kräftig an den Rand der Schüssel, die der
Vater hergerichtet hatte. Peng! Die Hälfte des Eis landete in der Schüssel, der Rest rann außen runter. Super! Das nächste Ei zierte vollständig die Arbeitsfläche. Ei Nummer drei glitt Elisa
aus ihren mittlerweile völlig verschmierten Fingern und landete auf ihren Hausschuhen. Als sie sich anschickte, die Butter in Angriff zu nehmen, trat der Vater in die Küche, die Mutter im Schlepptau.
„Elisa! Um Himmels willen!“, rief er. Elisa drehte sich um.
Dann hörte sie das Klick des Fotoapparats und das nur mühsam unterdrückte Lachen ihrer Mutter.
Am Heiligen Abend baumelte zwischen den Kugeln und dem Lametta ein Foto am Christbaum. Es zeigte eine triumphierende Keksback-Verhindererin in Mehlweiß und Dottergelb.
Die Kekse, die der Vater auspackte, waren ein bisschen staubtrocken und hart, ihnen hatte die Lagerung hinter den Pullovern wohl nicht so gut getan. Nächstes Jahr würde Elisa in der Schule sich über das Thema Keksbacken einfach ausschweigen.
Denn Weihnachten ohne Vaters Kekse waren einfach nur halb so schön.
Autorin: Daniela Pucher www.daniela-pucher.at


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